Pompeji und Machern - Labyrinthe
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Was haben Pompeji und Machern (der Schloßpark zu Machern bei Leipzig) gemeinsam? In beiden Anlagen gibt es Eingänge in die Unterwelt, Eingänge die in ein Labyrinth führen.
Zwischen den beiden Labyrinthen liegen ca. 2200 Jahre. Sie gleichen sich in vielen Details, wenngleich jedoch das "Labyrinth" in Pompeji eine andere Einweihungs-Aufgabe hatte als das Labyrinth in Machern.

Der Italiener, Vittorio Macchiore, schrieb eine geistreiche Studie über den Fund der Villa der Mysterien in Pompeji die ich in dem Buch, von Br. Opitz: "Das Geheimnis der Cheopspyramide und die Königliche Kunst, herausgegeben 1928, fand.
Br. Opitz schrieb darüber folgendes:
"Bei den fortgesetzten Ausgrabungen in Pombeji kam zur Rechten der Gräberstraße vor dem Stabianer Tore eine Villa zu Tage. Ihre Raumeinteilung, vor allem aber die Fresken eines großen Saales beweisen, daß man hier einen geheimen Zusammenkunftsort Eingeweihter vor sich hat."
Die Villa ist inzwischen, bis auf wenige Ausnahmen, über die ich noch berichten werde, archäologisch erschlossen. Es gibt auch keine Frage bezüglich der Verwendung dieser Villa, der Name: Villa der Mysterien, ist eindeutig. Über diese Villa kann ich hier natürlich nicht umfangreich schreiben, es gibt darüber genügend Literatur. Es gibt in dieser Villa ein wesentliches bauliches Detail, das bisher, bedingt auch durch fehlende finanzielle Mittel, noch nicht entsprechend erforscht wurde.
Der Stil und die Kostüme der insgesamt 29 in fast natürlicher Größe gemalten Figuren in der Villa der Mysterien, sind griechisch und entsprechen der attischen Malerei der zweiten Hälfte des 5. Jahrhunderts v. Chr. Erwiesen ist eindeutig, daß es sich bei der Villa der Mysterien um eine Orphische Einweihungstätte handelt. In Griechenland trat der Orphismus bald in nahe Verbindung mit der eleusinischen Religion - wobei wir am Punkt angekommen sind.
Ich selbst habe die Villa der Mysterien vor zwei Jahren gesehen und was mir besonders auffiel war, daß in der Mitte der Villa, in einer Art Atrium, ein Bauwerk stand, welches den Eingang zu einer unterirdischen Kammer oder Anlage öffnete. Ähnlich wie in Machern befand sich auch über dem Gang, eine Öffnung in der Abdeckung, ein rundes Loch, das man verschließen oder öffnen konnte. In Machern gab es ca. drei dieser runden Löcher durch die Sonnenlicht in den Gang fallen konnte. Die Details warum man solche Anlagen baute und zu wessen Zweck sie dienten, können Sie in unserem Buch über Machern lesen.

villa der mysterien
         Der Eingang in die Unterwelt in der Villa der Mysterien - rot gefärbt.

das Labyrinth das Labyrinth

das Labyrinth              Opfernischen
Rechts oben kann man die Öffnung           Insgesamt 4 Opfernischen, strahlen-
sehen.                                                      förmig gestaltet, wahrscheinlich für
                                                               die vier Elemente. Auf  jeder Seite 2.

Im Vergleich dazu der Eingang vom Labyrinth in Machern:
Machern Labyrinth

Zurück zu Pompeji, der Villa der Mysterien.
4 Stufen mußte der Eingeweihte in die Tiefe hinabsteigen, dann öffnete sich ihm, zu seiner rechten, die Tür, die den Gang in die Unterwelt frei gab. Ab Ende der Kammer biegt der Gang nach links ab und der Einzuweihende mußte in einer fast kriechenden Stellung sich weiter fortbewegen.
Einer der Führer, den ich befragte, erklärte mir: Leider kann er mich nicht in den Gang hineinlassen, er war mit einer massiven Eisentür verschlossen, weil ein Teil des Ganges schon eingestürzt sei,  ich könne aber durch das Gitter fotografieren - was ich ohnehin schon getan hatte.
Ob man denn im Zuge der archäologischen Ausgrabungen am Ende des Ganges eine Kammer oder eine Halle gefunden hätte, fragte ich ihn. Er sagte: Nein, man sei nicht weiter gekommen und würde zuerst die oberen Teile der Villa restaurieren. Da der Gang teilweise eingestürzt sei, wäre es zu gefährlich weiter zu graben - vielleicht in ein paar Jahren mache man dort weiter.
In Machern mußte der Einzuweihende durch das Labyrinth und gelangte dann in die Ritterburg. Er konnte sich dann vier Stockwerke hoch arbeiten und am Ende stand er unter dem freien Himmel.
Anders in Pompeji. Dort führte der Gang tief in die Erde und endete wahrscheinlich in einer Kammer oder kleinen Halle. In Pompeji, in der Villa der Mysterien, das war der erste Eindruck den Vittorio Macchiore hatte, wurden die eleusinischen Mysterien gefeiert.
Aus den Händen der Göttin der Erde bekam der Daduchos einen Säugling. Diesen brachte er zurück auf die Oberwelt - durch die vier Elemente getragen. Was sich hier in zwei Sätzen beschreiben läßt war ein Kultus, der sich über mehrere Stunden hinzog. In meinem Buch über die Zauberflöte habe ich dieses Mysterium detaillierter beschrieben.

freimaurer labyrinth            pompeji
Freimaurergang gebaut um 1905              Gang in der Villla der Mysterien, 
                                                               alter ca. 2500 Jahre.

copyrigth F. Heinrich 2013                                                                       back