Anthroposophie - Texte - Dr. Rudolf Steiner
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"Heute ist es eben nicht anders möglich, um zwischen SKYLLA und CHARYBDIS durchzukommen, als den anthroposophischen Weg zu begehen".

...Denn jene soziale Trennung zwischen Mensch und Mensch, die dann später eingetreten ist, die ist eben durchaus eine Begleiterscheinung des Intellektualismus. Und je weiter der Intellektualismus gedeiht, je weniger  man sucht nach dem, was ihm entgegen wirken muß: nach dem Spirituellen, desto mehr wird der Intellektualismus die einzelnen Inidividualitäten auseinander spalten! Das mußte zwar kommen; Individualismus muß sein. Aber aus dem Individualismus heraus muß das Soziale gefunden werden. Sonst besteht das "soziale Zeitalter" darin, daß die Menschen unsozial sind und deshalb nach Sozialismus schreien. Sie schreien nach Sozialismus, weil sie im innern der Seele unsozial sind.

...Aber vorher muß alles das, was Rest des Alten ist, in die Nullität hinein getrieben sein, müssen sich die Wolken zusammen ballen. Der Mensch muß finden seine volle Freiheit aus der Nullität heraus. Der Mensch muß seine ganze Kraft aus dem Nichts heraus finden.
Nur ihn dazu vorbereiten möchte die Geisteswissenschaft. Das ist etwas, wovon man nicht sagen darf, daß sie es will, sondern, daß sie es wollen muß.

...Die Situation ist so ernst, daß R.Steiner seinen Schülern empfahl, die Menschen nicht mehr vom Weg in den Abgrund abhalten zu wollen; sie sollten das, was sie als sogenannten Fortschritt schätzten, selber als den Niedergang der Kulturen erkennen lernen. Die Menschheit wird vor dem unumkehrbaren Weg in den Abgrund nur noch von der Langeweile, dem Tierischen zu dienen, geweckt werden können, und dadurch wieder den Weg zu einem Menschentum suchen wollen. Doch die intellektuellen Kräfte der Universitätsabsolventen sind weltweit eingespannt (direkt oder indirekt dafür subventioniert), um uns durch noch attraktivere technologische unsw. Verbesserungen auf jenem falschen Fortschrittsweg weiter zu führen; sie sollen uns die "erlösende Langeweile" vorenthalten. Solcherart Verbesserungen werden uns - so R. Steiner - als neue Erfindungen angepriesen.