Symbolik am Völkerschlachtdenkmal


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Zusätzlich zu den bereits beschriebenen Symbolen am Völkerschlachtdenkmal in unserem Buch: Testament der Freimaurer, gibt es weitere Symbole, die wir bisher nicht beachtet bzw. entsprechend gewürdigt haben, das wollen wir hiermit nachholen!

Zuerst wenden wir uns dem Außenrelief des Denkmals zu und richten unsere Aufmerksamkeit auf die beiden gefällten, niedergelegten Standarten. Diese finden wir rechts und links auf dem Relief jeweils unter den beiden Akazienbäumen – siehe dazu die folgenden Bilder. Auf der linken Seite des Außenreliefs sehen wir die typisch römische Standarte, das Feldzeichen der Römer. Napoleon, wie allseits bekannt, hat die römische Standarte für seine Große Armee übernommen. Er sah sich als ein neuer römischer Cäsar der Franzosen. Das seine Standarte, nach der Niederlage in Leipzig, zu sinken begann ist allgemein bekannt, deshalb ist es auch nicht verwunderlich, daß die Erbauer des Völkerschlachtdenkmals die römisch-französische Standarte unter dem Baum des Todes, der Akazie, niedergelegt haben. Das ist die symbolhafte Darstellung der zuende gehenden Herrschaft des Korsen. Darüber sind sich alle Historiker einig, was sehr selten ist! Es besteht überhaupt kein Zweifel darüber, was die Erbauer uns damit überliefern wollten.

roemische standarte

Anders sieht es mit der Standarte auf der rechten Seite des Denkmals aus. Diese Standarte, trägt nicht den römischen Adler sondern das christliche Kreuz bzw. das Eiserner Kreuz, so wie wir es von den Kreuzzügen und von der christlichen Geschichte her kennen. Diese Standarte ist ebenfalls unter dem Baum des Todes, der Akazie, niedergelegt. Es stellt sich die Frage: Was bedeutet diese Darstellung, was soll uns diese Symbolik sagen?

Der römische Kaiser Konstantin hatte im Jahre 312 einen Traum oder sagen wir besser, eine Vision. In dieser Vision sah er das Monogramm des Christus auf seinen Standarten angeheftet und in seiner Vision gab man ihm auch zu verstehen, daß er unter diesem Feldzeichen den Sieg über seine Feinde erringen werde. Am nächsten Morgen heftete er das Christus-Monogramm auf das sogenannte Labarum (römisches Feldzeichen, römische Standarte) und gewann den Kampf an der Milvischen Brücke zu Rom und machte dann später das Christentum zur Staatsreligion. Damit trat dann auch das Christus-Monogramm seinen Siegeszug an.

feldzeichen


Die alten antiken Mysterien waren nicht mehr stark genug, die römisch dekadente Gesellschaft aneinander zu kitten und ihr eine Zukunft zu geben. Konstantin erkannte, das die neue, bisher heftig verfolgte christliche Religion, diese Aufgabe übernehmen könnte.
Somit wandelte er das Christus-Monogramm zum politischen Symbol um!
Darin liegt der Schlüssel für die Symbolik des niedergelegten christlichen Fedlzeichens auf der rechten Seite des Außenreliefs.

relief voelkerschlacht denkmal

standarte voelkerschlachtdenkmal

Historisch gesehen ist es nämlich unklar, warum „Thieme“ das gestürzte, christlich-deutsche Feldzeichen unter der Akazie – ein Symbol des Todes, platzierte, hatten sich doch die Deutschen an der Besiegung, Vertreibung Napoleons beteiligt. Also muss dieser Hinweis anders gewertet werden. Dazu verweise ich auch auf die historisch erwiesenen Unstimmigkeiten zwischen C. Thieme und dem damaligen deutschen Kaiser. Wir wissen, dass Thieme seinen Orden, den er anläßlich der Feier zur Eröffnung des Völkerschlachtdenkmals 1913 bekam an den Kaiser zurück gab.

Die Akazie ist in der freimaurerischen Symbolik sehr wichtig und bedeutsam. Öffentlich kann man darüber schreiben, dass ein Zweig der Akazie von jedem Freimaurer, ab eines bestimmten Grades, erworben werden muss, es bedeutet dieser Vorgang, Überwindung des physischen Todes. Altägyptisch gesehen wurde unter der Akazie, der Gegenspieler des Sonnengottes Re oder Ra, Seth, geboren. Die Akazie ist somit eine (Seths) Symbol-Pflanze. Alle unter der Akazie liegenden Toten gehören dem Seth, sie sind nicht mit den in der Kuppel, auf ihren Pferden empor, zum Licht reitenden, gefallenen Kriegern (Einherier) gleichzusetzen. Diese Krieger gehören nicht dem Seth, sondern dem Sonnengott an.

Thieme hat auf dem Außenrelief des Denkmals ja alle geschichtlichen Epochen verewigt. assyrische, ägyptische und griechische Mythologie begegnet einem dort – nachweislich. Alles was also unter der Akazie liegt, gefällt worden ist, ist ein Zeichen des Todes und bedeutet: es ist unaktiv, es wird gleichsam durch den Erzengel, als Vollstrecker Gottes, gestürzt. Wobei hier nicht irgendein undefinierbarer Gott, sondern Christus gemeint ist.

Zur Einweihung 1913 konnte der deutsche Kaiser sein Feldzeichen unter der Akazie sehen und sich somit zusammenreimen, wie die Erbauer des Denkmals die militaristische deutsche Anstrengung des deutschen Kaisers bewerteten. Sie haben ihre Erkenntnisse für die "Ewigkeit" in Stein gehauen. Das war sicherlich für den deutschen Kaiser keine Freude! Zusammen mit dem Begründer der Anthroposophie, R. Steiner, der ebenfalls alle Bestrebungen der Deutschen, die sich in einen Militarismus verrannten, absolut ablehnte und postulierte: Das Deutschtum hat nichts auf dem Schlachtfeld zu suchen, das ist nicht der Weg der Deutschen. Die Deutschen sollten sich auf ihre Vordenker, ihre Geistesgrößen konzentrieren und allem Militarismus abschwören.
Das hat Thieme, meiner Erkenntnis nach, durch das gestürzte, deutsche Feldzeichen bzw. dem niedergelegten Eisernen Kreuz unter der Akazie, deutlich machen wollen – nur eben nicht mit Worten, sondern mit einer eindeutigen Symbolik, und das Jahre bevor der erste Weltkrieg entbrannte. Es ist dies auch die Absage an ein exoterisches Christentum, das allein nur einen politisch-römischen motivierten Willen in sich trägt.
Aber der Prophet gilt eben nichts im eigenen Land. 
Somit ist auch das Märchen, das eine Nation, hier die Gesamtheit der Deutschen gemeint, die sich begeisternd in das Abenteuer eines Weltkrieges stürzen, ad absurdum geführt.

Das Ende kennen wir, beide nachfolgenden Kriege der Deutschen (1. und 2. Weltkrieg) haben sie verloren, die deutschen  Feldzeichen wurden gestürzt. Der spirituelle Erbauer des Denkmals, Clemens Thieme, hatte es vorausgesagt! Weiterhin ergibt sich dann die Frage, mit was soll sich denn der deutsche Geist im besonderen befassen, wie soll er wirken und wie stellt er sich dar?

So soll den Betrachtenden das Außenrelief (die gefällte christlich-deutsche Standarte, als ein  Symbol militärisch politischer Macht) als apokalyptische Warnung dienen. Cäsarismus, Größenwahn a la Napoleon hat keinen Bestand in der weiteren Weltentwicklung, die römischen Adler sind gefällt. Ebenso ist der Bezug zum eigenen deutschen Volk gegeben. Hier werden die Deutschen, wenn sie nachdenken was die Symbolik am Denkmal bedeuten könnte, auf die Zukunft hingewiesen – sich keinem militärischen Größenwahn hinzugeben weil er zum Untergang vorbestimmt ist.

Mit Schillers Worten:

Das ist nicht des Deutschen Größe, ob zu siegen mit dem Schwert.
In das Geisterreich zu dringen, um Erhabenheit zu ringen,
Vorurteile zu besiegen,  männlich mit dem Wahn zu kriegen,
das ist seines Eifers Wert.
Höhern Sieg hat er errungen, der der Wahrheit Blitz geschwungen,
der die Geister selbst befreit.
Freiheit der Vernunft erfechten, heißt für alle Völker rechten,
gilt für alle ew`ge Zeit.

Nun wird auch etwas mehr verständlich, warum Hitler, der sich von Thieme durch das Denkmal, in Begleitung Himmlers führen lies, für sich und für sein Volk nur die deutsche Nibelungentreue im Denkmal verherrlicht sah. Die tiefere Symbolik der gefällten deutsch-christlichen Standarte blieb auch ihm verschlossen. Thieme wusste, wie der erste und der zweite Weltkrieg ausgehen würden, er hatte das vorhersehend in Stein meißeln lassen. Das Denkmal ist also nicht nur ein warnendes Denkmal an die Nationen allein, sondern besonders auch an die Deutschen, sich dem Frieden und freidenkerisch zu orientieren. Diese Symbolik ist apokalyptisch zu verstehen.

Copyrigth - F. Heinrich 2013 - Juni
Literarturangaben und Graphik: Fritz Glunk, Das große Lexikon der Symbole.
Bilder: F. Heinrich

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